Tierschutztaliban – oder wann Tierschutz seine Grenze erreicht

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Die Hitze macht uns schwer zu schaffen, einige können sogar nicht mehr klar denken. Ich spreche von knapp 80.000 Menschen, die kopflos einen Post im Internet geteilt haben, in dem es um eine Lappalie ging, die künstlich von einem „Ich setze mich total krass für jedes Tier ein“ Typen veröffentlicht wurde.

Da ich dem Oberkrasstierschutztypen keine Manege bieten möchte, gebe ich mit eigenen Worten wieder, was er geschrieben hat:

Ich, Oberaufpasser aller Tiere dieser Welt, habe heute Hunde in einem Auto bellen hören. Da es sehr heiß war, habe ich prompt erst die Halterin, eine Hundetrainerin, angerufen denn ihre Nummer stand auf der Heckscheibe und nachdem ich sie nicht erreicht hatte, habe ich gleich eine Sekunde später die Polizei angerufen. Während ich mit der Polizei sprach (übrigens böse Polizei, weil die wollten einfach nicht kommen), kam die Halterin und jetzt stellt Euch vor, die hat mich auch noch angemacht was ich überhaupt wollte. Ok gut, die Hunde hechelten nicht mal, davon konnte ich mich dann überzeugen, aber dann ging sie wieder weg vom Auto. Keine Halterin, keine Polizei, also Robin Hund spielen, einen Stein suchen und die Scheibe selbst einschlagen. Kurz bevor ich die Welt, ääähhh, Hunde retten konnte, kam die Hexe und fuhr einfach weg. Nicht mal zugehört hat sie mir. Und jetzt bitte, ihr müsst das alle bitte teilen, damit keiner mehr in ihre Hundeschule geht, bitte, bitte, biiiitteeee lasst mich nur einen Tag ein Held sein.

Ja, so in etwa, nur etwas krasser und selbstverliebter klangen die Worte. Selbstverständlich mit Namensnennung der Hundeschule und das war noch nicht alles, nein, auch Fotos von der Heckscheibe mit Telefonnummer und Autokennzeichen wurden unter diesen Eintrag gepostet.

Naja und dann ging es auch schon los. Tausende Menschen, die alle auf jeden Fall dabei gewesen sind, haben diesen Beitrag geteilt. Die Hundetrainerin wird bedroht, gemobbt, ihr Ruf und ihre Existenz zerstört.

Da muss man doch mal einen Moment inne halten und etwas nachdenken, jetzt am Abend, wo es kühler wird. Mal ganz abgesehen davon, dass es keinem zum Vorwurf gemacht werden kann, seinen Hund zwei Minuten im Auto zu lassen weil man zu Hause etwas vergessen hat, kann es nicht rechtens sein, dass ein einzelner Weltverbesserer versucht, eine Existenz zu zerstören weil er der Meinung ist, dass bei Hitze alle Tiere dieser Welt im Keller eingesperrt werden müssen. Ich bin schockiert über diese Geschichte.

Sollte die Hundetrainerin wirklich ihre Hunde in Not gebracht haben, so hätten sie nicht mehr gebellt. Das ist mal Punkt eins, denn Hunde, die dehydrieren, liegen einfach nur noch apathisch herum und machen, genau, nichts mehr, das war auch sicher der Grund warum die bösen Männer in Grün nicht sofort mit der Sonderspezialautoaufbruchseinheit angerückt sind. Zweitens, wenn irgend so ein Kerl an meinem Auto rumlungern würde, würden meine Hunde auch bellen. Vielleicht haben sie aber auch nur gebellt weil der Tierschutzweltrettertyp mit seinem Vierbeiner aufgeschlagen ist und die Hunde nun mal ihr Revier verteidigen wollten. Drittens, eine Hundetrainerin mit Namen und Telefonnummer auf der Heckscheibe wird kaum so doof sein, und die Hunde bei der Hitze über längere Zeit im Auto zurück lassen. Viertens unterstelle ich uns allen oder vielen von uns, die mit Tieren arbeiten, absolute Tierliebe. Und den Selbstständigen unter uns auch etwas unternehmerischen, vorausschauenden Geist. Schließlich lungern seit der Hitze hinter jedem Baum Autofenstereinschläger.

An dieser Stelle möchte ich mal betonen, dass es verboten ist, einfach Fensterscheiben einzuschlagen nur weil man ein Tier dahinter sieht und es zufällig heiß ist. Man muss die Polizei verständigen, Zeugen hinzuziehen und erst alles andere unternehmen, bevor man zu so einer drastischen Tat übergeht. Eigentlich darf auch nur die Polizei sowas machen. Es gibt nämlich tatsächlich auch, oh Wunder, im Jahre 2015, Autos mit einer Klimaanlage. Die funktioniert sogar bei vielen im Stand. Und Kühldecken für Hunde gibt’s auch. Und ein Auto, das so wie meins heute, auf 18 Grad Innentemperatur runtergekühlt wurde, kann ich mal inklusive Hunde für ein paar Minuten verlassen, um zum Beispiel den Tank zu zahlen oder schnell etwas abzuholen. Ich darf auch bei 37 Grad Außentemperatur mit meinem Hund im Auto irgendwo hin fahren – Wahnsinn oder?

Was ich alles darf und was der Oberlehrertierretter gerne verbieten möchte. Ich weiß aber immer noch nicht wen ich jetzt schlimmer finde, den Typen, der das so ins Internet gestellt hat oder diejenigen, die das geliked und geteilt haben. Ohne Gegendarstellung. Ohne Hintergrundwissen. Ohne auch den Typen zu kennen der das verzapft hat. Ohne die Frau zu kennen, die jetzt um ihre Existenz bangen muss. Rufmord und Mobbing – ich möchte gerne wissen, wie das einer von den 80.000 Leuten finden würde, wenn man das mit ihm macht. Ist ja heutzutage eigentlich ganz einfach. Zufällig eine Situation in den falschen Kontext gebracht, dann mixt man noch ein Tier oder Kind dazu (ist wichtig für den Mitleidsfaktor der auch sofort das Hirn ausschaltet) und schreibt Hilfe, Hilfe, Schande, Schande, Bitte, Bitte und schon läuft`s.

Wenn ich das mal mit denen machen würde, die ihre Hunde täglich stundenlang alleine lassen, obwohl die total gestresst sind oder denjenigen, die ihre Hunde frei laufen lassen obwohl diese gefährlich für Mitmenschen und Artgenossen sind. Mit denen, die einen Hund haben, aber die Hundeschule wechseln weil sie keine Lust haben zum Tierarzt zu gehen obwohl der Hund offensichtlich Schmerzen hat. Mit denen, die die Leine zur Erziehung über ihre Hunde ziehen und, und, und. Aber liebe Leute, dafür gibt es Institutionen die sich darum kümmern. Und die heißen nicht Facebook, Twitter und Bildzeitung sondern Polizei, Ordnungsamt und Veterinäramt.

Diese Geschichte hat wirklich etwas von moderner Hexenjagd. Alle rennen mit Knüppeln hinterher, denn wir wissen ja auch wie das mit der stillen Post ist. Morgen steht in der Zeitung dass die Hundetrainerin eigentlich eine Hundesitterin ist, die die Kundenhunde dreißig Minuten im Auto zurück gelassen hatte, während sie daneben einen Kaffee trank und die fünfte Zigarette rauchte. Mit vollem Mund brabbelte sie irgendwas von „die Köter vertragen das schon, auch ne Kippe?“.

Ich wünsche meiner Kollegin starke Nerven, zwei, drei gute Anwälte und das ein oder andere Glas Wein um diese Gesellschaft zu ertragen. Meine Unterstützung hat sie, denn selbst, wäre es der Fall, sie wäre im Unrecht, ist es noch lange kein Grund, einen Menschen zu bedrohen und seine Existenz zerstören zu wollen. Kein Mensch ist fehlerfrei. Ich muss mich wirklich sehr zurück halten. Ich finde schon gar keine Worte mehr für das Verhalten und die Beleidigungen von so vielen Menschen die sich an der Hetzjagd beteiligen.

Nur eins. Asozial!

Eure Hundetrainerin
Nathalie

www.089dogs-hundetraining.de
auf Facebook: https://www.facebook.com/089dogs

Hund im Auto

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19 Gedanken zu „Tierschutztaliban – oder wann Tierschutz seine Grenze erreicht

  1. Schön zu wissen, dass es nicht allen Menschen das Gehirn weggedörrt hat. Danke!

  2. Ich stimme Dir inhaltlich 100% zu, denn ich habe (dank Facebook?) mittlerweile selbst schon ein gewisses „Angstgefühl“, wenn ich mal für 60 Sekunden zu einem Briefkasten rennen muss und mein bärenmässig aussehender Tibet-Hund (natürlich protestierend) im Auto zurückbleibt. Sinnvoller Tierschutz ist in sozialen Medien leider zu einem Hype geworden. Ich bin Admin in einer Hundegruppe und erlebe fast wöchentlich, wie Personen regelrecht „niedergemacht“ werden, nur weil sie es gewagt haben einen Langhaarhund zu scheren… In dem von Dir beschrieben konkreten Fall ist es natürlich schwierig eine echte Position zu beziehen – da man ja nicht dabei war und die Beteiligten nicht kennt. So eine nachträgliche Kampagne auf Facebook geht natürlich gar nicht – formell würde das auch für eine Strafanzeige gegen den „Tierretter“ ausreichen. Aber es ist eben auch so, dass es sicherlich auch einige eher merkwürdige Hundtrainer gibt. Ich hab mal meine Lucy nach der ersten Stunde aus einem Welpenkurs nehmen müssen, so fassungslos war ich. Die Geschichte würdest Du mir vermutlich gar nicht glauben…

  3. Da muss ich Nathalie vollkommen Recht geben! Niemand muss sich vor einer fremden Person rechtfertigen oder gar eine völlig unangebrachte „Kontrolle“ (!) über sich ergehen lassen. Auch finde ich es absolut unnötig der besagten Trainerin, der ich an dieser Stelle ganz viel Kraft wünsche, mangelnde Kommunikationsfähigkeiten zu attestieren. Das ist sogar eine riesengroße Frechheit! Du, liebe Denise, warst nicht dabei und kannst nicht beurteilen wer da wie was gesagt hat. Im Prinzip findet in deinem Kommentar genau das statt, was Nathalie in ihrem sehr guten Text schildert: Vorverurteilen ohne Hintergrundwissen. Da bringt es auch nichts, wenn du im gleichen Atemzug erwähnst, dass das Posten der Telefonnummer und des Kennzeichens nicht ok war. Aufmerksamkeit und Kontrollzwang gepaart mit Machtgehabe sowie falsch verstandenem Tierschutz sind zwei völlig unterschiedliche Begrifflichkeiten.

  4. Ich sehe auch lieber einmal zu oft eingreifen, als immer weggesehen, aber ich mus s auch schauen, sind die Tiere wirklich in Gefahr, wie wirken sie auf mich? Außerdem gehe ich davon aus, dass die Hundetrainerin sehr wohl gesagt hat, ihren Hunden geht es gut, aber so ein aufgebrachter selbsternannter Tierschützer, der aber überhaupt keine Ahnung hat, wird darauf nicht eingehen.

    Was ist hier geschehen, der Typ sah die Hunde, die sehr lebhaft waren im Auto, so gut so schlecht, er sah aber nicht, wie lange sie dort allein waren. Die Hundehalterin kam zum Auto, den Hunden ging es immer noch gut, also kann sie entweder nicht lange weggewesen sein oder sie hatte doch tatsächlich die Klimaanlage an. Wir sehen es ist überhaupt nichts geschehen, dass sind die Fakten.

    Wenn mir so ein wild gewordener „Tierschützer“ entgegentreten würde, ich würde mich mit ihm auf keine Diskussion einlassen, denn man kommt doch wie wir hier sehen gar nicht bei ihnen durch, er will sehen, was er sieht und hier sieht er schon fast dehydrierte Hunde, ob sie es nun sind oder nicht, darauf kommt es gar nicht an. Seien wir mal ehrlich, dazu tragen auch diese ständige wiederhohlten Beiträge auf FB bei. Sie sind wichtig und richtig, aber langsam werden sie zu einer Gehirnwäsche, Hey Leute, nicht jeder Hund der im Auto sitzt ist in Gefahr.

    Ganz ehrlich, ich wusste schon als Kind, dass man Tiere nicht im heißen Auto warten lässt, dass sollte inzwischen bei jedem angekommen sein, die Leute die ihre Tiere im Auto aufbewahren, tun es obwohl sie es wissen. Die sind nun mal unbelehrbar.

    Dieses Verhalten von einem möchtegern Supermann ist das eigentliche Verbrechen, nicht die Hundetrainerin hat falsch gehandelt. Ich wünsche ihr in nächster Zeit sehr viel Kraft und gute Nerven.

    Diesen Hundefreund, wünsche ich, dass er mal über sich nachdenkt, wo kommen wir hin, wenn Leute wegen nichts an dem Pranger gestellt werden? Heute ist es sehr leicht mit Facebook und Co. ganze Existenzen zu vernichten, dass sollte jedem klar sein, der sich in solchen öffentlichen Räumen bewegt.

  5. Na ein Glück, ich dachte schon, mein Hund muss nun ständig im Haus bleiben, weil draußen ist es ja warm!?
    Dankeschön für den langen, ausführlichen treffenden Text

  6. Also an alle, die mir hier diese unfreundlichen, beleidigenden, ihrer Meinung nach richtigen Kommentare schicken – sie werden einfach gelöscht. Es geht hier um das Mobbing, wie schnell es entstehen kann und nicht um die Hundetrainerin und was sie jetzt richtig oder falsch gemacht hat. Ihre Daten in Netzwerken zu verbreiten und dann auch noch zur Hetze aufzufordern ist schlichtweg einfach falsch und strafbar. Was eine Hundetrainerin nun muss oder nicht, ist weder Bestandteil des Textes noch wird das hier diskutiert. Merci!

  7. Hej – Danke für den Artikel – ich bete, dass ihn alle die lesen, die er angeht und ich hoffe vor allem, dass er der Hundetrainerin hilft, die hier zum Abschuss freigegeben wurde. DANKE.

  8. ….mit gewissen Leuten kann man in bestimmten Situationen auch nicht reden. Wenn sie sich in etwas verbohrt haben hören sie auch nicht mehr zu. Ich hatte vor Jahren meinen eigenen Hund in meinem Privatfahrzeug in einer versperrbaren Box. Fuhr zum Supermarkt, Wetter, bewölkt, ca. 20 Grad. Ich stelle mein Fahrzeug am Parkplatz unter einem Baum im Schatten ab, öffne alle Fenster und die Heckklappe. Ich gehe ins Geschäft und als ich zum Auto zurück komme, kommt eine Dame daher und macht mich an, dass sie genau gesehen hat, dass ich meinen Hund für 20 Min. im Auto hatte und er fast vor lauter Hitze gestorben ist. Ich habe das natürlich sofort kontrolliert, aber auf Grund der offenen Fenster und der offenen Heckklappe war es schön kühl im Wagen. Ich habe die Dame gebeten in das Wageninnere zu greifen, um zu fühlen, dass es schön kühl ist, aber die gute Dame wollte das nicht, statt dessen hat sie mich weiter beschimpft und gesagt, dass sie mich anzeigen wird. Ich wollte Sie beruhigen, aber Sie hat immer nur weiter geschimpft und hat mir gar nicht zu gehört. Ich habe Sie dann gebeten sofort gegen mich Anzeige zu erstatten. Daraufhin ist sie abgedampft. Ich habe dann noch ein paar Bilder gemacht, vom Auto, vom wolkenverhangenen Himmel – vorsichtshalber. Natürlich kam keine Anzeige und auch sonst nix. Was ich damit sagen wollte ist, dass es eben manchmal besser ist nicht mit solchen Menschen zu diskutieren, da man mit denen in diesem Moment sowieso nicht reden kann.

  9. Mir sind letzte Woche auch 4 Weltverbessernde Studentinnen begegnet. Ich parkte mein Auto im Schatten um 21 Uhr Abends, ließ meine 4 Monate alte Tochter im Auto und brachte meinen Einkauf in die Wohnung. Alle Fenster des Autos waren geöffnet. Ich kam nicht mal richtig aus der Haustür raus als schon eine der 4 Studentinnen vor mir stand und mich fragte ob das mein Auto sei. Ich natürlich „ja“ gesagt. Fängt die doch tatsächlich an mich zu belehren das man ein Kind bei der Hitze nicht im Auto ließe. Sry soll ich meine Tochter rausnehmen in die Wohnung bringen, dann raus ans Auto den Einkauf holen und danach mein Kind wieder nehmen und uns Auto stecken? Mittlerweile sind die Leute einfach nur noch Sensationsgeil und wollen am liebsten in ganz Facebook für ihre „Heldentaten“ berühmt werden. Das was mit der Hundetrainer in gemacht wurde bzw. immernoch wird ist einfach unter aller Sau. Vor allem finde ich die Leute total bekloppt die dann sagen „sie hätte die Hunde rausnehmen müssen“ oder „bei der Hitze darf man einen Hund nicht einmal 1min alleine im Auto lassen“ usw. Aber sowas gibt es auch bei den Müttern die wahrscheinlich nicht einmal auf die Toilette gehen da das Kind dann 2min alleine ist und sterben könnte. Sry ein Kind kann auch sterben wenn ich direkt neben dran sitze.

  10. Man stelle sich vor … Auto mit der Klimaanlage auf 18° runtergekühlt, man geht nochmal rein um ein Strandtuch und seine Telefon zu holen. In der Zwischenzeit ist die Scheibe eingerotzt….. Ich glaube mein Schäferhund würde da naja sagen wir mal sehr ungehalten reagieren…. Ob da in der Beissstatistik die Zahl wieder um eins hochspringt?

  11. Hallo Nathalie,

    vielen Dank für Deinen Artikel. Die Hetzerei im Internet gehört vom Gesetzgeber endlich unterbunden, vor allem, wenn aufgrund falscher oder haltloser Vorwürfe Existenzen gefährdet werden.

    Allerdings ist eine Aussage von Dir nicht korrekt, natürlich darf ich eine Scheibe einschlagen, wenn ein Tier kurz davor ist, den Hitzetod zu sterben.Das ist dann ein so genannter „Rechtfertigender Notstand“!

    Strafgesetzbuch (StGB)
    § 34 Rechtfertigender Notstand
    Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.

    Das trifft in dem von Dir geschilderten Fall natürlich nicht zu, da es den Hunden ja offensichtlich gut ging, widerlegt aber trotzdem Deine Aussage, dass das Einschlagen einer Scheibe generell verboten sei.

    Ich selbst habe vor 3 Jahren eine Scheibe eingeschlagen um 2 Hunde zu retten, leider habe ich zu lange gezögert, für einen der Hunde kam jede Hilfe zu spät….. Das würde mir heute sicher nicht mehr passieren udn wenn ich die Scheibe bezahlen müsste.

    Viele Grüsse

    J.

  12. Sehr schöner Artikel ! Von den ganzen „hatern“ und sonstwie Gestörten darf man sich nicht irritieren lassen, und gerade im Netz – und hier v.a. in den „social media“ haben viele ihre ökologische Nische gefunden und meinen, in der Anonymität ihrem geistigen Müll Auslauf gewähren zu können. Nervt, zwar, aber man sollte nicht verzweifeln und weiterhin so gute Artikel veröffentlichen !

  13. Danke, Nathalie. Danke fürs Mund-Aufmachen, fürs Meinung-Haben, für Deinen Einsatz und für diesen großartig geschriebenen Artikel. Viele von uns urteilen viel zu schnell. Solange man nur eine Seite einer Geschichte kennt – halblang machen. Danke.

  14. Zunächst einmal ich bin kein Hundehalter. Trotzdem der Artikel trifft die heutige Situation punktgenau. Einer hat angeblich irgendwas verwerfliches eindeckt und schon wird dieses bei Facebook gepostet. Das schlimme ist, sogleich setzt der Shitstrom ein. Es wird nicht hinterfragt, wie der Wahrheitsgehalt der Aussage ist. Das kommt mir vor wie der Rattenfänger von Hameln. Genau so geht es leider auch bei einigen Demos zu. Ein Beispiel dazu, hat zwar nicht mit Hundehaltung zu tun, zeigt aber was heute teilweise abgeht. Vor ca. 3 Wochen fand in Frankfurt eine Demo gegen den Zirkus Charles Knie statt. (Jeder soll frei entscheiden, ob er eine Veranstaltung besucht, oder nicht). Was ich dort erlebt habe, hat mich fassungslos gemacht. Weil ich dieses bisher in der Form noch nicht erlebt habe. Erschreckend war dort der Fanatismus. Es wurden Besucher angepöbelt, und angeschrien, bei Besucherfahrzeugen wurden ein Spiegel und Wischer abgebrochen, Bier auf Fahrzeuge gekippt. Eine Kassiererin wurde als Schlappe beschimpft. Diese Menschen berufen sich dann auf das Demonstrationsrecht. Ich persönlich bin natürlich für das Recht auf Demonstrationen. Was aber auch dort teilweise abgeht, ist für mich erschreckend. Das gibt einen doch sehr zu denken.

  15. Da hab ich auch nur mit dem Kopf geschüttelt. Klar, es war toll, dass der Jenige sich um die Hunde gesorgt hat, trotzdem geht das gar nicht! Außerdem kennt er die Hintergründe nicht. Vielleicht ist die gute Frau nur nochmal schnell reingesprungen, weil sie drinnen etwas liegenlassen hat. Und das sage ich, die wahrscheinlich größte Hundenärrin auf dem Planeten.^^ Hatte letztens auch so ne Begegnung. Weil ich die schweren Einkaufstüten nicht buckeln kann und darf, haben mein Partner und ich eine Übereinkunft getroffen. Er fährt täglich mit unseren beiden Hunden für mindestens 1,5 Stunden auf ein abgelegenes Feld, wo die Beiden sich richtig austoben können. Da fließt sogar ein Bach am rain, in dem sie sich bei dieser Hitze abkühlen, die beiden Racker. 😀 Da der Supermarkt auf der Strecke liegt, machen wir es immer so, dass er mich dort absetzt, ich genug Zeit für meinen Einkauf habe und er mich auf dem Rückweg dann wieder abholt. Jeden Falls stand ich schon draußen an besagtem Tag und hab auf ihn gewartet und mir ist es lieber, ich warte auf ihn, als er auf mich mit den Hunden im Auto. Deshalb lässt er sich immer etwas mehr Zeit mit den Hunden. Er kam angefahren, unsere Kleine sah mich und fing an zu jaulen vor Freude. Da wurden wir auch beide dumm angemacht deswegen. Ich freue mich über jedes wache Auge, was Missstände in der Kindererziehung oder Tierhaltung, aufdeckt. Aber man sollte schon etwas genauer hinschauen und nicht direkt aburteilen, ohne die Hintergründe zu kennen.

  16. Solche Hetzjagden finden im Internet ständig statt und alle Circusbetriebe sind davon betroffen, obwohl sie von Amtstierärzten kontrolliert, die besten Einträge im Tierbestandsbuch haben, finden selbsternannte Tierschützer oder Tierrechtler regelmässig ein Haar in der Suppe und machen daraus einen Höllencocktail und plagen damit diese Tierhalter bis zur Vergasung. Da geht es schon lange nicht mehr um das Wohl der Tiere, sondern um Rechthaberei und Macht.
    Dieser blinde Fanatismus wendet sich bereits gegen Zoos, Pferde- und Hundesport und wie man an den Beitrag von Natalie sieht, auch bereits gegen Privattierhaltung, wenn diese vermeintlich nicht hundertprozentig korrekt ist. Die grossen Tierrechtsorganisationen werden sich darüber freuen, denn das bringt diese ihrem Ziel wieder ein Stück näher, nämlich der Befreiung aller Tiere aus Menschenhand. Und auf dem Weg dahin lassen sich noch viele Millionen Spendengelder einsammeln, von mitleidigen Menschen, welche glauben damit etwas gutes zu tun. Das Ergebnis solcher Extreme kann man an diesem „kleinen Beispiel“ sehen, welches hier präzise beschrieben ist.

  17. Toller Artikel! Danke 🙂
    Mir erging es vor zwei Jahren ähnlich. Auch als Hundetrainerin im Firmenwagen mit Logo etc. drauf.
    Es war Oktober, hatte milde 15 Grad und es regnete. Die Hunde, an der Zahl drei, waren vorher anderthalb Stunden mit mir spazieren und von oben bis unten eingesaut.
    Um auch selbst wenigstens ein bisschen Sport zu treiben, habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, nach solchen Gassirunden (wenn es das Wetter / die Temperaturen zulassen), die Hunde an Ort und Stelle abzufüttern und im Bus schlafen zu lassen, während ich ein halbes Stündchen im Fitnessstudio trainere.

    Folgendes Szenario: Nasse Hunde schlafen und trocknen, Schreiben beschlagen ein wenig, eine Super-Wichtig-Auslandstierschutz-Expertin macht einen riiiiiesen Aufstand, dass die Hunde im Auto „ersticken“ würden.

    Ich also runter mit der Hantelstange, raus zum Auto, Tür auf, drei verschlafene Hunde schauen mich pikiert an, wie ich dazu komme hier einfach die Tür aufzureißen, kurze Erklärung, weshalb es nicht möglich ist, in einem modernen Bus innerhalb von 2 Stunden zu ersticken, auch nicht bei nur leicht geöffneten Fenstern……es nützte nichts.
    Ein weiterer Mann schaltete sich ein, dass es Tierquälerei sei, die armen Hunde im Auto einzusperren und dort warten zu lassen, während ich mich beim Sport vergnüge.

    Einige Tage später las ich ebenfalls in diversen „geschlossenen“ Facebook-Gruppen von meiner Hundeschule etc. Mit Anwalt konnte ich den Shitstorm verhindern. Schön war es dennoch nicht.
    Leider helfen auch sachlichste Erklärungen und Fakten nicht, wenn der Tierschutz-Taliban erstmal in Rage ist…seitdem habe ich für solche Situationen einen kleinen Infozettel in der Scheibe kleben 🙂 scheint zu helfen.

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