Hyperaktive Hunde

20 Kommentare

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, dass mir seit Langem auf der Seele brennt. Denn „Sie haben einen hyperaktiven Hund“ hört man so gut wie nie von einem Hundetrainer. Oft heißt es, Ihr Hund ist nicht ausgelastet, Sie gehen zu wenig spazieren, Ihr Hund braucht mehr soziale Kontakte, Ihr Hund braucht eine besonders strenge Erziehung, und so weiter, und so weiter.

Das Thema „Hyperaktive Kinder“ ist ja in unserer Gesellschaft schon ein sehr heiß diskutiertes. Deshalb möchte ich ein bisschen auf das Thema „Hyperaktiver Hund“ eingehen denn es begleitet mich seit drei Jahren mit meiner Hündin Sunny privat sowie auch seit einiger Zeit intensiv im Hundetraining.

Woran erkenne ich einen hyperaktiven Hund?
Ihr Hund ist immer auf 300, kann sich schwer bis gar nicht konzentrieren, ist extrem schlank, nimmt nicht zu und ist bei allen Anstrengungen unerziehbar. Das kann sich in alle Richtungen auswirken. Dauerndes Bellen, unkontrolliertes Verhalten Artgenossen gegenüber, Ruhelosigkeit, offensichtlich „unkaputtbar“. Diese Hunde haben auch oft Probleme mit Futter und Magen-Darm.

Wie erziehe ich einen hyperaktiven Hund?
Einfache Antwort: Ganz anders. Mit hyperaktiven Hunden ist es immer ein Balanceakt. Deshalb ist es ganz schwierig darauf pauschal zu antworten. Moment, doch, einen Pauschaltipp habe ich für Sie! Sie sollten eine brillante Geduld und eine Menge Humor besitzen. Harte Erziehungsmethoden wie z.B. strafen, schreien, schlagen, ignorieren, unterdrücken, usw. sind völlig fehl am Platz und haben by the way auch sonst nichts in der Hundeerziehung verloren. Hyperaktive Hunde sind nun mal unkaputtbar, diese strengen Maßnahmen können sie nicht umsetzen. Sie müssen ihrem Stress freien Lauf lassen, deshalb sind diese Hunde auch nicht zu „deckeln“ oder zu „brechen“.  Ganz im Gegenteil, sie werden ihren Besitzer nur noch mehr zur Weißglut treiben.

Wichtig ist, dass Sie als Besitzer lernen, völlig ruhig zu bleiben, hierzu gehören die Kontrolle ihrer Gefühle sowie eine klare Körpersprache. Hyperaktive Hunde sind grundsensibel und sehr fein in ihrer Wahrnehmung. Eine falsche Handbewegung und der Hund spult fünf Dinge die er gelernt hat, gleichzeitig ab.

Die Erziehung eines hyperaktiven Hundes ist nicht einfach. Ich behaupte, es die Schwierigste von allen. Denn man braucht lange um die Balance zu finden und man muss gleichzeitig sehr an sich arbeiten. Denn eigentlich wünschen wir uns alle ja einen Hund, der schnell erzogen ist und mit dem man easy leben kann. Mit diesen Hunden ist aber alles anders. Man kann die ganzen Hundeerziehungsbücher in die Tonne treten. Leider auch 80% (wenn ich damit mal nicht untertreibe) der Trainer in Bezug auf „Hyperaktive Hunde“! Viel zu viele wollen nicht wahr haben dass es diese Hunde gibt und viel mehr haben einfach keine Erfahrung mit dieser Sorte Hund. Man kann aber nicht nur den Hundetrainern einen Vorwurf machen, sondern auch den Hundebesitzern, die einfach nur schnell schnell einen Erfolg sehen wollen. Das kann man vergessen.

Mit der Erziehung eines hyperaktiven Hundes muss man absolut open-minded sein, neue Wege gehen und oft rückwärts denken. Man muss verstehen wie so ein Hund die Welt wahrnimmt und wie schwer es ihm fällt sich zu konzentrieren. Das Gehirn braucht immer einen längeren Moment um umzuschalten und zu verarbeiten.

Wissen Sie, das Schöne an so einem hyperaktiven Hund ist, dass Ihnen die Chance gegeben wird, ein besserer Mensch zu sein. Denn diese Hunde verlangen einem manchmal alles ab. Demut, Misserfolg, fehlende Nerven und Geduld geben sich hier die Hand. Aber wenn Sie sich darauf einlassen, an sich zu arbeiten und lernen mit so einem Hund umzugehen, werden Sie noch viel mehr Freude an ihm haben als an einem „normalen“ Hund. Ein hyperaktiver Hund hält ihre Welt in Atem. Er liebt abgöttisch, ist absolut körperbetont und die Bindung zu seinem wohlwollenden Menschen ist wirklich unschlagbar.

Aber die reine Erziehung ist nicht alles. Hyperaktive Hunde müssen anders und sehr hochwertig ernährt werden, außerdem spielen Tryptophan und Serotonin eine wichtige Rolle! Die richtige Dosis an Ruhe und Action sind unheimlich wichtig sowie eine Menge Körperkontakt. Es ist wichtig zu wissen wie man das Gehirn schulen kann, z.B. sind Balanceübungen Gold wert.  Ich rate auf jeden Fall sehr von Bachblüten oder beruhigenden Medikamenten wie Psychopharmaka ab!!! Das ist der wirklich völlig falsche Ansatz bei diesen Hunden! Es gibt aber sehr wohl Zusatzmittel, die sehr sinnvoll sind und dem Hund helfen, sich ein bisschen von innen heraus zu entspannen. Auch Massagetechniken und z.B. Hundeschwimmen zur Auslastung können hilfreich sein, besonders bei jungen Hunden die aufgrund von Wachstum noch keinen Dauersport machen dürfen. Das sind nur wenige von zahlreichen Tipps zur Erziehung von hyperaktiven Hunden.

Mittlerweile kommen sehr viele hyperaktive Hunde mit ihren etwas ratlosen Menschen zu mir und nehmen auch an Kursen teil. Man kann bei diesem Thema gar nicht zu viel Know-how haben. Ich erlebe immer wieder, wie man um die Ecke denken muss. Hyperaktive Hunde schmeißen manchmal jede wissenschaftliche Erkenntnis über Bord. Und dann muss ich sehr lachen!!!

Wenn ich einen hyperaktiven Hund sehe, dann strahlt mein Herz. Sie stecken einen an, mit ihrer lebensbejahenden und verspielten Art. Zugegeben, es ist so oft so gar nicht einfach, aber jede Sekunde Geduld wird irgendwann belohnt. Mit sehr, sehr, sehr viel Liebe und Einfühlungsvermögen seitens des Hundes.

Dieser Blogeintrag ist nicht so lustig wie die anderen, das ist mir bewusst. Aber es ist mir einfach unheimlich wichtig, dass dieses Thema mal aufgegriffen wird, denn ich sehe in meinem Hundetraining, wie oft diese Hunde so falsch erzogen und ihre Hundehalter falsch beraten werden. Das ist sehr tragisch, denn mit dem richtigen Hundetraining können diese Zappelhunde wunderbare Weggefährten werden. Auch Sunny arbeitet mittlerweile erfolgreich als Trainingshund und es gibt zahlreiche hyperaktive Hunde, die eine tolle Karriere als Assistenzhunde hinlegen.

Für Interessierte gibt es auch Seminare und Workshops zum Thema „Hyperaktive Hunde“. Und natürlich Hundetraining 🙂 Da das Thema noch nicht vollends erforscht ist, suche ich immer wieder „Testhunde“. Melden Sie sich also gerne bei mir, wenn Sie solch ein exklusives Exemplar ihr Eigen nennen dürfen. 🙂

Die Hundetrainerin
Nathalie Örlecke

Website: www.089dogs-hundetraining.de
E-Mail: info@089dogs.de

Facebook: 089dogs
Twitter: 089dogs

Hyperaktiver Hund

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20 Gedanken zu „Hyperaktive Hunde

  1. Hab seit 3,5 Jahren zwei von der Sorte, davon als Steigerung auch noch einer überängstlich und etwas agressiv. Hab genau die in dem Bericht beschriebenen Erfahrungen gemacht, aber letztendlich dann doch viel Glück mit den Hundetrainern gehabt. Wäre sicherlich hilfreich, wenn ich nicht immer so verständnislos angeschaut würde und fremde Hunde zurück gehalten würden.

  2. Lustig, gerade jetzt auf dieses Bericht zu stoßen. Genau so einen Hund habe ich jetzt kennengelernt. Ich habe gefragt, ob der Nero Hyperaktiv ist und wurde ganz vorwurfsvoll angeschaut und mir wurde gesagt, das es sowas bei Hunden nicht gibt. Er ist noch jung, spielt nur gerne und läuft zwei Stunden dem Ball hinterher, ohne müde zu werden. Um ihn manchmal runter zu bringen, haben sie eine Wasserflasche dabei. Erschrocken war ich nur, als sie mir gesagt haben das er nur Frolic bekommt, weil ihm das am besten bekommt.
    Mich würde interessieren, was für Futter ich den beiden empfehlen könnte, bzw. worauf sie achten sollten.

  3. Danke für diesen Beitrag 🙂 Habe selbst eine 4,5 Jahre alte Mali-Hündin, bei der kürzlich ADHS diagnostiziert wurde. Auch ich wusste nicht, dass es das bei Hunden gibt und habe mir leider viel zu lange von selbsternannten „Hundetrainern“, Züchtern aber auch von Leuten mit viel Mali-Erfahrung einreden lassen. „das ist halt kein Labi, sondern ein Mali, das ist normal“ du trainierst falsch. Jetzt mit der Diät habe ich langsam den Eindruck, es geht ihr besser, auch wenn die Masse der Leute die hören, dass sie ADHS haben soll mir immer noch erzählen, das wäre quatsch …

  4. Toller Artikel, trifft nicht nur auf den Hund zu sondern auch auf Menschen. 🙂 Man wächst über sich hinaus mit so einem Wirbelwind und lernt sich selbst zurückzunehmen. Und vor allem was unerschütterliche Liebe ist.

  5. Toller Artikel, danke 🙂 Es ist leider viel zu wenig verbreitet, dass Hunde eben auch „krankhaft“ hyperaktiv sein können. Ich habe bzw. hatte ein ganz extremes Exemplar, mittlerweile hat es sich gut eingependelt. Er kann mittlerweile tagsüber ganz toll chillen und sich durch viele Übungen besser konzentrieren. Aber wie du schon schreibst, sie bleiben hyperaktiv, man kann aber lernen damit umzugehen und den Hund in ruhigere Bahnen lenken. Schade, dass du so weit weg deine Hundeschule hast. Meist wird man belächelt und doof angemacht, weil der Hund scheinbar nicht ausgelastet ist, najaaaa…. manches ändert sich wohl nie
    LG, Claudi

  6. Danke für diesen Beitrag,
    Wir haben auch ein solch extremes Exemplar (Altdeutscher Schäferhund) zu Hause. Unser Püppchen kam mit zwei Jahren zu unserem Rüden dazu. Er ist sehr ausgeglichen und wenn sie austickt nimmt er sich total zurück. Wir geben bewußt keine Medikamente und geben ihr zur Beruhigung einen Knoten ins Maul. Mit der Zeit hat sie gelernt den Knoten zu nehmen und sich selbst zu beruhigen. Ich hab vor einem halben Jahr angefangen beim Training zu klickern – es funktioniert prima, zur Auslastung gehen wir mit den Hunden fährten.
    Als unser erstes Dackelmädchen als Welpe dazukam war unser Püppchen für ihre Verhältnisse extrem vorsichtig und liebevoll, es ist erstaunlich zu sehen wie sich die Hunde auf einander einstellen. Nun haben wir ein zweites Dackelmädchen dazugeholt und die Kleine wird genau so liebevoll behandelt.
    Leider ist das Thema Hyperaktivität bei Hunden noch zu unbekannt, auch wir werden immer wieder schief angeguckt und verbal attackiert wenn sie mal wieder in der Öffentlichkeit austickt, aber wir haben gelernt damit zu leben.
    Es sind einfach wahnsinnig tolle Hunde – wenn man versucht sie zu verstehen.
    LG Manu

  7. Bin gerade zufällig auf die Seite gestossen habe auch so einen lauser zu Hause oscar ist 6 Monate ein Labrador und ist ein energiebuendel mal 3. Kommt selten zur Ruhe springt oft hoch und wenn ich ihn mir ins Haus mitnehme zum ablegen der bleibt nicht liegen läuft die ganze Zeit rum und heult wie ein Wolf. Wäre über ein paar Ratschläge dankbar. LG

  8. Hallo,

    ich bin nicht ganz einverstanden mit dem Artikel.
    Ich arbeite schon sehr lange mit Arbeitshunden und diese werden alle „Hyperaktiv“ wenn sie ihrer Bestimmung bzw. ihrem Instinkt nicht nachgehen dürfen. Ich finde es traurig, wenn (auch wenn es sicher nicht die Intension, dieses Artikels sein soll) auf diese Art eine Ausrede für Hundebesitzer die sich aus egoistischen Gründen eine bestimmte Rasse angeschafft haben, geliefert wird.
    Es gibt so unglaublich viele Menschen bei denen es besser wäre Ihnen ehrlich ins Gesicht zu sagen, dass es ein verbrechen an dem Hund ist, dass sie sich ausgerechnet diesen angeschafft haben, anstatt ihnen den Kopf zu tätscheln und Ihnen die Möglichkeit zu bieten es auf eine „Hyperaktivität“ zu schieben.

    Außerdem ist es durchaus wichtig, gerade bei jungen Hunden, die Hunde runter zufahren. Ihnen beizubringen, dass Ruhen wichtig und nötig ist, sonst bekommt man tatsächlich irgendwann einen durchgeknallten Hund.

  9. Schöner Artikel, spricht mir aus der Seele. Mein Schäfi-Mix ist wahnsinnig verspielt und zudem gerade in der Rüpel-Phase, hurra! Er ist dennoch wahnsinnig lieb, mag Kinder, Menschen generell und andere Hunde wahnsinnig gern. DIe meisten fragen: „Der ist schon noch ganz schön jung, oder?“ Ja, ist er und dazu wahnsinnig aktiv und fordernd. Ich liebe das an ihm und gleichzeitig macht es mich manchmal fertig :). Er wirft mir morgens einen Schuh vors Bett, manchmal sogar direkt die Frisbee auf den Bauch. Mich stört es nicht, denn: Mein Hund ist mein Hund ist mein Hund. Was mir allerdings Sorgen bereitet, ist sein regelmässiger Durchfall. Er bekommt gutes Futter ohne Getreide und tierische Nebenprodukte (Pure Instinct Woodland Junior) und wann immer es geht Wild vom Jäger. Zudem bekommt er jeden Tag einen guten Esslöffel Moor-Liquid. Das Fell glänzt, die Zähne und das Zahnfleisch sehen aus wie gemeisselt, er ist aufgeweckt und neugierig wie verrückt – es geht ihm offensichtlich prima. Wenn da nicht der Dünnpfiff wäre. Morgens alles paletti, perfekte Konsistenz. Danach kommt nur noch fluffiger Brei und irgendwann ne ziemliche Plörre aus ihm raus. Mein Vater ist Tierarzt, aber auch schon in Rente und völlig überfragt. Was mach ich falsch?

  10. Hallo , bin durch Zufall auf deiner Seite gelandet , da ich etwas über hyperaktive Hunde gesucht habe. Ich habe eine 22 Monate alte Mischlingshündin. Biewer / Yorkshire. Sie heißt Lotti. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher ob sie hyperaktiv ist. Doch es spricht einiges dafür. Sie ist morgens schon topfit. Wenn ich mich im Bad fertig mache liegt sie allerdings im Körbchen oder im Bett und schläft noch ne Runde. Tagsüber sucht sie für sich selten die Ruhe und legt sich nicht hin. Man muss sie regelrecht dazu zwingen. Ich lass sie dann in ihre Box gehen und mache sie zu. Damit sie mal zur Ruhe kommt. Allerdings unter sehr starkem Protest von ihr, was mir dann wieder leid tut. Sie rennt tagsüber viel herum und mir ständig hinterher. Man kann ihr gut Sachen beibringen. Sie lernt sehr schnell und ist sehr intelligent. Sie lässt sich sehr schnell durch Nebengeräusche und Aussengeräusche ablenken. Hören tut sie auf mich nur mittelmässig. Auf meinen Mann allerdings super !!! Wenn er abends nachhause kommt ist sie wie verwandelt. Vielleicht liegt es auch viel an mir oder an meinem Verhalten. Ich mache mir auch zu viele Gedanken über den Hund. Viele sagen : du denkst zu viel. Manchmal werde ich sehr ungeduldig und denke , ob das noch was wird mit dem Hund und mir. Vielleicht spürt sie das. Welches Futter empfiehlst du bei solchen Hunden ? Momentan bekommt sie Vet Concept Salmon Pack vom Tierarzt. Wie erziehe ich so einen Hund ? Vielleicht gibt es doch ein Buch das du empfehlen kannst. Oder gute Tipps von dir. Leider wohnst du zu weit weg von mir. Sonst hätte ich Lotti mal vorgestellt. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen ……

  11. Wollte eigentlich nur mal schauen ob es wirklich hyperaktive Hunde gibt und Bingo, ich lande hier 🙂 . Darf auch so einen speziellen Hund meinen “ Lehrer “ nennen. Immer lustige Ideen, neugierig, nie müde zu bekommen, der Schalk sitzt ihm im Nacken. Unerzogen, respektlos ,frech und ungeduldig sind nur ein paar Wörter die mir spontan einfallen. Aber dieser Bursche hat Charme ohne Ende. Ich glaube wir haben noch eine spannende Zeit vor uns. Über Langeweile werden wir uns sicher nicht beklagen können .

  12. Pingback: Hyperaktiver Hund Teil 2 | 089dogs Hundetraining

  13. Jaja, natürlich kann man es sich leicht machen, so wie „Svenja“ es schreibt: Wir schaffen uns hübsche Hütehunde an, aber tun nix mit denen, die gewöhnen sich Quatsch an – und wir sagen, dafür kann ich nix, der Hund ist eben „krank/hyperaktiv“. DAS IST EIN VORURTEIL – übrigens genau so bei Eltern, deren Kinder ADS oder ADHS haben. Es ist gemein, sowas zu sagen. Denn wenn es so einfach wäre, würden wir alle nicht mit Leidensdruck „hyperaktiver Hund“ googeln und hier bei diesem SUPER Beitrag landen.

    Ich habe einen Aussie, meinen zweiten. Der erste war aus der Arbeitslinie, der jetzige ist halb Show, halb Arbeitslinie. Ich wollte so gerne mit ihm arbeiten, wie ich es gewohnt war. Doch es ging von Anfang an kaum. Coffee konnte sich schwer konzentrieren, so mancher Reiz lässt ihn voll ausflippen etc. Er ist nicht vollkommen hyperaktiv. Ich wusste ja auch, wie man mit einem Aussie übt, dass er abschaltet, dass er Ruhe braucht etc. Aber es gibt eben diese Punkte, an denen geht es trotz Kopftraining oder körperlichem Training nicht.

    Und das ist so schwer auszuhalten innerlich – man übt, man macht, man kümmert sich und es bleibt und bleibt und bleibt schwierig. Ich will ja gar keine Tablette, die ich dem Hund gebe und fertig. Und ich will als Hund auch keine Schlaftablette. ABER ich will mich auch nicht immer fühlen, als wäre ich die Totalversagerin beim Erziehen. Es tut sehr gut, wenn man das Gefühl hat, es gibt Menschen, die sehen die eigene Anstrengung und erkennen das an und stehen einem zur Seite, eben weil sie verstehen, dass ein Hund so neben der Spur sein kann, ohne dass der Mensch verantwortlich ist. Und diese Menschen helfen einem dann, dass man die eine oder andere Lösung erarbeitet mit dem Hund. Nur so geht es.

    Erst jetzt langsam, wo Coffee bald 2 Jahre wird, akzeptiere ich, dass der Hund einfach hyperaktive Anteile hat und ICH dafür nichts kann. Ich liebe ihn sehr, sehr, sehr. Er ist so wunderbar und gleichzeitig so furchtbar, sobald er in diesen inneren „Chaos-Modus“ gerät. Ich lerne mehr und mehr, damit umzugehen und auch an mir zu arbeiten, aber ich bin für sein inneres Chaos nicht verantwortlich. Jetzt werde ich hier mal weiterlesen ….

  14. Hallo,
    ich kann so ein Exemplar seit 2 Jahren mein Eigen nennen und es stimmt was Sie eschrieben haben. Bei uns kommt der extreme Jagdtrieb noch dazu und er ist sehr schnell in seinem Level. Ich würde mir mehr Austausch mit Betroffenen wünschen, ist aber schwierig. Irgendwie ist man mit so einem Hund eine Ausnahme und oft allein. Wir haben unseren Hund aus dem Tierheim und er ist wirklich toll. Das ist die andere Seite von ihm.
    Vor uns wurde er schon oft abgegeben und ich will es mit ihm schaffen. Er hat es verdient verstanden zu werden.

    LG Martina

  15. Hallo,
    wenn jemand meint es gäbe keine Hyperaktiven Hunde sollte die Person mich mal unbedingt besuchen kommen ich habe zwei Huskys die eine ist die Schlaftablette schlecht hin während die andere einfach keinen Ausschalter hat ich bin mit Hunden groß geworden und weiß wie wichtig Auslastung für Hunde ist (egal ob Arbeitsline oder Showline). ich gehe zwei mal die Woche für jeweils 3-4 Stunden zeitungaustragen und meine Hunde unterstützen mich aktiv dabei da sie mit nem Bollerwagen die Zeitungen hinter sich herziehen. 2mal die Woche dürfen sie mich ca 20 Km pro Ausflug aufm Fahrrad oder Cityroller Ziehen. 2 mal die Woche gehen wir in einer großen gruppe Gassi wo sie sich mit spielen, Laufen und Sozialen Interaktionen auslasten und am letzten Tag der Woche Trainiere ich beide in dem ich Unterordnung übe, fährtenarbeit betreibe und versuche sie geistig auszulasten. Ich geh mit ihnen trotz der anderen aufgaben Täglich 2-3 Mal Gassi da sollte man meinen das jeder Hund nach solchen Auslastungen irgendwann erschöpft müde oder zumindest ruhiger wird aber Fehlanzeige wärend Shera schon im stehen einschläft ist Mavis immer noch auf 300! Sie hat kurz Durst und ist dann wieder in Höchstform Mavis ist Absolut unkaputtbar durch lange Übungen haben wir uns arrangiert sie kann auf Kommando mitlerweile ne weile sich zurück halten aber egal was man mit ihr macht sie wird nie ein „normaler Akitver“ werden es ist wie bei uns Menschen es gibt solche und solche. ich finde es gut das man nicht jeden Hund und Hundehalter das direkt abnimmt das der Hund hyperaktiv ist da viele tatsächlich mit ihrem Hund einfach zuwenig machen aber es gibt auch in seltenen fällen Hunde da hilft überhaupt nichts und das muss man dann auch akzeptieren wenn ein „Trainer“ behauptet Hyperaktive Hunde gibt es nicht soll er/sie gerne mich mal besuchen und versuchen Mavis so auszulasten das sie müde wird. Ich garantiere das dass keiner schaffen wird und das ist auch ok so ich liebe beide so wie sie sind.
    Lg Cihan

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