Glück

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In der Fantasie sehe ich eine gerechte Welt
Wo alle in Frieden und Ehrlichkeit leben
Ich träume von Seelen, die immer frei sind
Wie die Wolken, die fliegen
Voll von Menschlichkeit, bis zum Grunde der Seele

In der Fantasie sehe ich eine helle Welt
Wo auch die Nacht weniger dunkel ist
Ich träume von Seelen, die immer frei sind
Wie die Wolken, die fliegen, voll von Menschlichkeit

In der Fantasie existiert ein warmer Wind
Der über die Städte weht, wie ein Freund
Ich träume von Seelen, die immer frei sind
Wie die Wolken, die fliegen,
voll von Menschlichkeit bis zum Grunde der Seele.

Während ich diesen Blogeintrag schreibe, höre ich leise Nella Fantasia von Paul P. im Hintergrund…
Gut, ist nicht jedermanns Geschmack, aber es war das Lied, das mich gestern begrüßte als ich von einem sensationellen Training nach Hause gefahren bin und solche Details lasse ich nun mal ungern aus 😉 In meinem folgenden Beitrag werde ich die Namen meiner Kundenhunde nicht verändern, ich hoffe, das ist in Ordnung. Wenn nicht sollen die Hunde mir bitte eine E-Mail senden – ich werde den Namen dann sofort umändern, aber so wie ich die Benannten kenne, werden Sie zufrieden schmatzen und es mir natürlich gestatten 😉

Und bevor ich loslege, liegt es mir am Herzen zu sagen, dass ich natürlich alle meine Kunden mag, auch wenn sie hier nicht auftauchen aber ich kann an dieser Stelle leider nicht die Geschichte all meiner Kundenhunde erzählen. Von ein paar Glücksmomenten aber, möchte ich heute schon schreiben. Denn Glück ist etwas ganz Großes!

Meine Lieblingshündin war und ist natürlich Keren. Keren, dieses hübsche Schmuckstück hat eine so sanfte Verspieltheit und schlich sich sehr schnell in die Herzen ihrer Besitzer. Ich hatte mich einfach von Anfang an in Keren verliebt, sie war frech, sie lernte hervorragend schnell und brachte vor allen Dingen ihre Menschen dazu, umzudenken. Außerdem gab Keren mir das Gefühl, genau den richtigen Beruf gewählt zu haben. Ihre Souveränität, ihr Charme und ihre klare Seele brachten ihre Besitzer sogar dazu, dass Keren heute Joghurtbecher ausschlecken darf. Das war eigentlich von Herrchen nicht so geplant. Aber das ist nun mal Keren. Keren hat alle um ihr Herz gewickelt.

Das sind für mich die schönsten Geschichten. Die nämlich, in denen Hund und Mensch zusammenwachsen, Einstellungen sich ändern, das Herz ganz warm wird. Man könnte sagen, dass meine Aufgabe als Hundetrainerin sehr oft ist, zu vermitteln. Ich vermittel dem Menschen, wie toll sein Hund ist und umgekehrt. Das mache ich allerdings nur, wenn ich es auch so fühle und sehe. Es kommen tatsächlich Kunden zu mir, die möchten dass ich nur ihre Beziehung zum Hund beurteile, anscheinend hat sich mein gewisser Blick dafür schon rumgesprochen. Sind wir mal ehrlich, die Technik begreift ja jeder Hund schnell. Der Treudoofe etwas langsamer als der Blitzgescheite, ok, aber im Grunde ist Technik nicht die Basis für eine gelungene Hundeerziehung. Ich trainiere jedenfalls nicht so. Und ich habe Glück. 90% meiner Hunde sind Charakterhunde – so nenne ich die, die etwas bewegen, sie selbst sind und auch bleiben wollen. Und ich unterstütze diese Hunde total. Deshalb leite ich die Menschen ja auch, mit ihrem Hund umzugehen und auch ein bisschen den Hund, etwas gnädiger mit seinem Menschen zu sein. Eigentlich bin ich davon überzeugt dass man es dem Hund eh nie so ganz recht machen kann. Er will alles und darf nichts. Sehr gute Aussichten auf ein wahres Hundeleben *haha* 😉

Der zweite Hund, der einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat, ist Gustav. Gustav, meinen kleinen Dackelfreund lernte ich schon als Welpen kennen. Heute ist er ein braver, wohlerzogener Dackel und auch ein großes Vorbild für die Dackelwelt. Ein Dackel lässt sich nämlich sehr wohl erziehen. Gustav hat auf jeden Fall Charakter und ich muss an dieser Stelle auch ein großes Lob an seine Besitzer aussprechen: ALLES RICHIG GEMACHT!!! 🙂

Der dritte Fall, der mich ordentlich beeindruckte, war Sky. Sky, eine Chihuahua Hündin die es faustdick hinter den Ohren hat. Und nicht nur da. Sie hat auch einen faustdicken Charakter. Hier verzauberte mich einfach, wie sich plötzlich eine ganze Beziehung zwischen Mensch und Hund so um 180 Grad drehen kann. WOW! Und, ein Chihuahua ist auch nur ein Ridgeback in klein *haha* (ich weiß das ein paar Hundetrainer jetzt emsig mit dem Kopf nicken 😉 ) Für ihre Besitzerin freut es mich noch heute wie damals, dass sie so happy mit ihrem Hund geworden ist – das war nämlich zu Anfang des Trainings nicht so.

Überhaupt komme ich meistens zu Menschen, die nicht mehr so happy mit ihren Hunden sind. Und, was die gar nicht wissen, die Hunde sind auch nicht so happy mit ihren Menschen. Dann gibt es wieder die Hunde, die mögen es gar nicht, wenn man ihren Charakter ein wenig einbremst und stellen sich erst mal gegen den gemeinsamen Fahrplan. Ich würde ihnen gerne sagen, dass sie sich das Leben selbst schwer machen und es gar keinen Sinn hat so bockig zu sein aber leider kann ich kein hundisch und wenn, dann würde man mich wahrscheinlich wegsperren und mir Pillen geben weil mich jeder für irre hält. Also selbst wenn ich mit Hunden sprechen könnte, würde ich es nie einer Menschenseele sagen 😉

Es gibt fast jedes Jahr einen Hund, der mich völlig in seinen Bann zieht. Ich bin mir sicher dass ich jetzt nicht zu früh dran bin, denn das Jahr ist fast zu Ende und ich glaube nicht, dass noch ein anderer Hund diesem den Rang ablaufen kann. Diese besonderen Hunde, die ich wirklich nicht oft treffe, sind der Grund warum ich diesen Beruf ausübe. Sie geben mir alles zurück, erfüllen mich mit Glück!

Vor knapp zwei Wochen lernte ich Daisy kennen. Daisy, eine Labradorhündin, sechs Jahre alt. Da Daisy aktuell noch in meinem Training ist, möchte ich auf ihre Geschichte an dieser Stelle verzichten denn ich weiß nicht ob ihren Zweibeinern das recht wäre. Aber ich darf schon sagen, dass Daisys Zweibeiner ein bisschen verzweifelt waren als sie bei mir anriefen. Und ich kann auch sagen, dass das Training ein „Spaziergang“ ist. Daisy ist einfach so unendlich wunderbar. Sie hat einen wahnsinns Charakter und eine Aura, die mich einfach umhaut. Daisy liebt ihre neue Familie und ist sehr glücklich – und das, obwohl sie erst ein paar Monate dort ist. Wenn ich diesem Hund in die Augen schaue, erzählt er mir seine Geschichte und irgendwie kommt dabei immer ein „Danke“ heraus. Danke an alles, was diesem Hund gerade zuteil wird. Daisy ist definitiv angekommen! Und ich finde, es ist ein wirkliches Glück, wenn ein Hund nach sechs Lebensjahren endlich angekommen und zufrieden ist und das auch noch nach so kurzer Zeit für sich feststellt!

Daisy muss noch etwas nachholen, was ihr nie beigebracht wurde, aber sie nimmt das total dankend an. Und es ist wirklich so. Sie scheint froh zu sein lernen zu dürfen was denn nun richtig ist. Sie ist nicht wie andere Hunde, die ihren Kopf durchsetzen wollen, nein, sie ist einfach echt total cool. Wenn Daisy ein Mensch wäre, wäre sie definitiv meine große Schwester *lach* Am liebsten würde ich mit Daisys Menschen noch viele Stunden trainieren um Daisy immer wiederzusehen weil mich ihre Geschichte so sehr berührt und ich froh bin, daran teilhaben zu dürfen. Aber ich befürchte, dass das Training sehr bald schon abgeschlossen sein wird. Vielleicht darf ich Daisy ja mal besuchen oder ihre Patentante werden 🙂 *kleiner Wink mit dem Zaunpfahl falls ihre Menschen den Blog überhaupt lesen* Daisy ist eine Seelentante und ich bin mir sicher, Daisy wird noch ganz andere Seelen heilen!!!

Ich muss zugeben, an diesem Hund bin ich ein bisschen hängen geblieben. Ich habe ja schon bei einigen Kunden die Vermutung gehabt – da ist ein Millionenhund auf einen Millionenmenschen getroffen aber bei dieser Familie und Daisy bin ich mir wirklich 100% sicher. Mit Daisy haben sie ihren MILLIONENHUND getroffen und ich bin überzeugt davon, dass sich da eine ganz wunderbare Freundschaft entwickelt. Ich kann so intensiv spüren wie diese Seelen zusammen passen und es bewegt mich sehr. Es ist nicht nur Glück seinen eigenen Millionenhund gefunden zu haben, nein, es ist auch Glück zu sehen, dass es anderen Menschen auch so geht! Und bitte liebe Kunden, nötigt mich nicht dazu, jetzt jede Beziehung zu beurteilen, denn das werde ich nicht tun. Normalerweise blicke ich nicht ganz so tief und das möchte ich auch gar nicht.

Zum guten Schluss, während mir jemand leise MY WAY ins Ohr säuselt, möchte ich gerne noch sagen, wie gerne ich Hundetrainerin bin. Ich bin überzeugt davon, dass die Arbeit mit Tieren, ihren Schicksalen, ihren Menschen und ihren Geschichten das Beste ist, was einem passieren kann; was mir passieren kann. Inzwischen bin ich so gefestigt dass mich nicht mehr jede Geschichte umhaut, das wäre auch schlimm denn ich erlebe natürlich auch die schlimmen Dinge. Nicht jeder Hund hat es gut und nicht jeder Mensch ist belehrbar (und dazu ganz sicher auch noch in einem Blogeintrag in der Zukunft).

Aber ab und an laufen mir Menschen und Hunde über den Weg, die mich berühren. In Daisys Fall begegnete ich Charakteren, die alle für sich etwas Besonderes sind und ich wünsche mir wirklich von Herzen dass diese Familie mit Daisy glücklich wird. Daisy ist es bereits.

 

Die Hundetrainerin
Facebook: 089dogs Hundetraining München

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