Hundehalter gegen Hundehalter

1 Kommentar

Es erreichten mich viele Zuschriften auf den Blogeintrag „Gegen Hunde – zurecht?“ Am meisten ist mir dabei aufgefallen, dass es tatsächlich den größten Krieg zwischen Hundehaltern selbst gibt. Danach kommen erst alle anderen auf der Hundehalterhasserliste. Da fragt man sich doch, wieso ist das eigentlich so?

Sunny sprang heute Morgen aus heiterem Himmel eine andere Hundehalterin an, weil die so tat, als hätte sie was ganz Leckeres in den Händen. Natürlich ist das kein Grund um jemanden anzuspringen aber Sunny dachte sich wohl, das probieren wir heute mal aus. Ich war dann auch ganz schnell wach und sprintete zu Dame mit Hund und Sunny und schimpfte Sunny erst mal ordentlich. Dann fragte ich die Halterin, ob sie Leckerlis einstecken habe und sie antwortete mit einem bösen Blick: „Selbst wenn.“ Ich fragte sie, was das denn für eine Art und Weise sei, mein Hund habe ihr nichts ernsthaftes getan und sie sehe ja selbst dass sie noch ein junges, unerfahrenes Ding ist. Die gute Frau hat das wenig interessiert, so dass ich weiter ging. Frau Hexe wollte das Thema aber zu Ende diskutieren und schrie: „Bleiben Sie sofort stehen!“ Ich antwortete ihr leicht sauer, dass ich mit einer Hundehalterin, die so ignorant ist, nicht weiter spreche. Da schrie sie wieder: „Ich wünsche Ihnen viel Unglück für den heutigen Tag.“ Offensichtlich ignorierte ich diesen netten Spruch aber innerlich war ich sauer. Sauer auf Sunny weil sie so einen Scheiß macht, sauer auf mich weil ich mich ärgerte und sauer auf alle Hunde, die mich jemals anspringen werden. Was sage ich wohl zu dem nächsten Hundehalter dessen Tier mich anspringt? „Können Sie ihren Hund nicht erziehen?“ „Da wird Reinigung fällig.“ „Wenn Sie ihren Hund nicht unter Kontrolle haben, nehmen Sie ihn gefälligst an die Leine.“

Manchmal verstehe ich schon, wieso es Hundehalter gibt, die das nicht mehr interessiert wenn ihr Hund Blödsinn macht. Wenn man eh nur blöde Sprüche erntet, für was soll man sich entschuldigen? Eh schon peinlich genug dass der Hund aus Spaß an der Laune so einen Mist macht. So geht es aber nicht nur mit anspringen sondern auch mit Hunden die an der Leine sind, freilaufenden Hunden, Hundehalter die ihre Hunde nicht zu anderen Artgenossen lassen und Hundehalter die meinen, ihr Hund darf mit jedem spielen. Leider gibt es keine Knigge, kein Gesetz, keine Regeln, wie man sich unter Hundehaltern zu verhalten hat. Da hat jeder eine andere Meinung und wenn Menschen untereinander schon nicht kommunizieren können, wie soll das gehen wenn noch Hunde beteiligt sind. Egoismus wird in der Hundewelt ganz groß geschrieben. Das ist auch unter Hundetrainern so. Wie oft habe ich Kunden an andere Trainer weiter geschickt, bis heute kam von niemanden ein Danke. Passiert mir garantiert nicht mehr, eine Weiterempfehlung. Und als mein Hund Tequila im Junghundealter 10 Mal mit anderen Hundehaltern mitgelaufen ist weil es grad so lustig war und ich verloren hatte mit meiner „Ich geh mal, der kommt schon“ Taktik, ist kein Mensch stehen geblieben, keiner kam zurück, keiner hat mal gewartet. Das mach ich jetzt auch nicht mehr. Im Gegenteil, ich geh schneller. Sollen andere genauso laufen müssen wie ich. Und so geht das Spiel immer weiter.

Je mehr man einsteckt, desto mehr teilt man aus. In einer Welt voll Egoismus, Verständnislosigkeit und Ignoranz bleibt einem fast nichts anderes übrig. Und dann spricht der Weltverbesserer. „Wenn jetzt jeder so ist, dann wird ja alles schlimmer.“ So? Wird es das? Ich glaube nicht. Denn der, der seinem Hund zweimal 5km nachläuft, wird in Zukunft mehr auf seinen Hund achten, der, der angeschissen wird weil der Hund hochspringt, wird in Zukunft wie ein Geier aufpassen dass das nicht noch mal passiert. Insofern ist unfreundliches Verhalten sicher ärgerlich aber für die meisten auch lehrreicher als ein „Das macht doch nichts.

Ich mag Jogger, die einen jagenden Hund einfach mal aus den Tiefen ihrer Seele anschreien. Einen fremden Hund mal richtig zur Sau machen, das hilft meist mehr als den Besitzer zu attackieren. In meinem Hundetraining lernen Hundehalter, andere Hunde wegzuschicken und/oder ihnen eindeutige Kommandos/ Sichtzeichen zu geben, damit sie abhauen. Was bringt es auch, sich dauernd vor anderen zu rechtfertigen, zu erklären – so ein Unsinn. Neulich hab ich meine Hündin Sunny vor einem Geschäft angebunden, so dass ich sie sehen konnte. Andauernd kam wieder ein anderer, freilaufender Hund und hat sie belästigt. Mein deutliches „HAU AB!“ hat er sichtlich ignoriert und deswegen hab ich ihm kurz eins auf die Mütze gegeben. Vor lauter Schreck ist er abgehauen und kam auch nicht wieder. Mir wäre auch lieber gewesen, Frau Rapunzel hätte meiner Sunny heute mal deutlich gemacht, dass das so nicht geht, stattdessen hat sie die Hände noch weiter hoch gehalten und sich im Kreis gedreht. Wäre sie in einer ordentlichen Hundeschule gewesen, hätte sie gelernt dass man sich so NICHT verhält.

Und Leute, die jetzt sagen: „Aber wenn der Hund dann beißt?“ Anschreien, bzw. LAUT WERDEN ist kein Angriff! Jeder Hund, der dann attackieren würde, würde beim darauffolgenden Wesenstest aber sowas von durchfallen, die Konsequenzen sind glaube ich jedem bewusst. Ich darf auch einen anderen Hund einfach anfassen, dieser darf mir nichts tun! Und wehren gegen einen Hund, der mich oder mein Eigentum bedrängt (da ist es mal gut dass der Hund eine „Sache“ ist), darf ich mich erst recht! Mir scheint, als sei vielen Hundehaltern nicht bewusst, was sie überhaupt für eine Verantwortung haben, was von einem Hund eigentlich abverlangt wird.

Wie auch immer, ich habe Verantwortung übernommen, mich gestellt, meinen Hund gemaßregelt, an die Leine genommen und nach Hause gebracht. Freilaufverbot. Die doofe Hexe hat mir mein Frühstück versaut aber dennoch hat sie recht. Selbst wenn!

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Die Hundetrainerin

 

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Ein Gedanke zu „Hundehalter gegen Hundehalter

  1. Irgendwie ist das bei uns auf dem Land anders.
    Wenn wir mit unseren Hunden andere Hundehalter treffen, werden die Hunde los gemacht und die jagen sich über die Felder (spart mir natürlich die Rennerei, damit der Hund genug Auslauf bekommt:-) )
    Das liegt aber vielleicht auch daran, dass es auf dem Land nicht viele Leute gibt, die man unterwegs trifft. Man kann auch ne Woche lang unterwegs sein und sieht nicht mal ein Kaninchen, nichts…. – Da freut man sich schon über andere Hunde..
    Anders sieht das aus, wenn uns fremde Personen entgegen kommen – werden die Hunde, zumindest der große sofort an die Leine gelegt. Letztens hat er doch tatsächlich gewagt, einmal eine Gruppe von Leuten (Hund ging bei Fuß) kurz anzubellen – Hieß dann gleich: wieder so ein Vieh das kleine Kinder anfällt……
    Ich ignoriere das mittlerweile und die Hunde kommen dabei dann nicht in Stress….
    Lieben Gruß – Jens

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