GEGEN HUNDE – zurecht?

12 Kommentare

Aus aktuellem Anlass frage ich mich wirklich was mit den verkappten Hundehaltern los ist, die nichts Besseres zu tun haben, als sich über den größten Mist aufzuregen statt ihrem Hund Benehmen beizubringen.

Im Internet kursiert eine Seite, deren Inhalt sich gegen Hunde richtet. Ich habe mir diese Seite sehr genau angesehen und muss sagen, dass ich diese ganze Panikmache nicht verstehe. Es ist doch mehr als offensichtlich, dass sich hier einige Menschen, die Hunde nun mal nicht mögen, sich über Hundehalter lustig machen. Natürlich gibt es eine Grenze. Die Grenze fängt für mich da an, wo Leute tatsächlich Giftköder auslegen und damit einem Tier (und so auch seinem Menschen) erheblichen Schaden zufügen der nicht selten bis zum Tod geht. Man mag auch sagen, dass der Humor auf dieser Seite fernab jeden guten Geschmacks ist aber was ist mit den Dingen, die sogar ich als Hundetrainerin sehr wohl vertrete?

Hunde die bellen, beißen sehr wohl. Und ignoranten Hundehaltern, die ihre Hunde wild rumlaufen lassen obwohl 80% davon ganz sicher an die Leine gehören, gehört ordentlich die Meinung gegeigt. Wenn ich mit meinem Hund an der Leine spazieren gehe, so hat ein anderer, freilaufender Hund meinen Hund nicht zu belästigen. Und so Sprüche wie: „Hunde brauchen doch sozialen Kontakt zu Artgenossen“ können sich diese Hundehalter auch sparen. Ich entscheide nämlich, wann mein Hund Kontakt zu anderen Hunden haben darf und wann nicht. Und wenn ich sehe dass mir ein angeleinter Hund entgegenkommt, dann rufe ich selbstverständlich meinen Hund zurück. Wenn der nicht kommt weil ihm gerade die Sicherung durchgebrannt ist, dann entschuldige ich mich sofort bei dem anderen Herrchen oder Frauchen und hole meinen Hund weg. Anscheinend macht sich keiner Gedanken darüber, dass es genug Gründe gibt, warum jemand seinen Hund an der Leine führt.

Und ich erlebe täglich, wie schwer besonders anderen Hundehaltern eine Entschuldigung über die Lippen kommt. „Was mein Hund macht, das ist ja völlig in Ordnung“ – das ist die Devise der meisten. In meinen Trainingsstunden lernen die Kunden von Welpen oder Junghunden im Freilauf als erstes, ihre Hunde vernünftig abzurufen wenn sich nur ansatzweise Interesse für Jogger oder Radfahrer entwickelt – und natürlich auch sonst. Wäre ich Jogger und mich würde ein wild gewordenes Fellmonster verfolgen und womöglich an der Hose zupfen, würde ich selbst als Hundetrainerin nicht ruhig bleiben denn was lernen Hundehalter aus ruhig bleiben? Mein Köter kann das nächste Mal wieder so einen Scheiß machen! Es sollte viel mehr Jogger und Radfahrer geben die sich aufregen und sich wehren, denn wenn man seinen Hund nicht unter Kontrolle hat, dann gehört er an die Leine und nur da frei laufen gelassen, wo sowieso viele Hunde zu finden sind und der Hund möglichst niemanden belästigen kann solange er nicht gut erzogen ist. Und wenn ich schon dazu nicht in der Lage bin, dann sollte ich eine ganze Palette von Entschuldigungen und Freundlichkeiten in petto haben inklusive einer guten Hundehaftpflichtversicherung, die, by the way, auch noch eine Seltenheit unter den Hundehaltern ist.

Es geht hier auch um die Sicherheit aller Beteiligten. Einen unerzogenen, jagenden Hund kopflos frei laufen zu lassen damit er beispielsweise dann ein Pferd jagt, die Reiterin abstürzt und im Koma liegt, das ist mit Sicherheit das Bescheuertste was einem einfallen kann. Wenn ich nicht weiß ob mein Hund Pferde mag, ignoriert oder jagt, dann meide ich Spaziergänge in der Nähe von Reiterwegen oder nehme Fiffi an die Leine. Und wenn mein Hund ein mittelmäßiges Talent zum Rückruf hat, dann bewege ich mich mit meinem freilaufenden Hund auch nicht am Radelweg.

Natürlich gibt es Ausnahmesituationen! Der tollste Hund kann einen schlechten Tag haben, aufdrehen, hyperaktiv sein und Schaden anrichten. Dann nehme ich aber als Hundehalter auch die ganze Schuld auf mich und kläre den Fall so ordentlich und gewissenhaft es geht und übernehme VERANTWORTNG! Verantwortung übernehmen – das können sehr viele Hundehalter eben NICHT! Ich hol mir einen Hund und den lass ich einfach laufen und wenn sich einer beschwert, dann ist es doch NUR EIN HUND.

Und was ist eigentlich mit der ganzen Hundekacke die überall rumliegt? Wieso finden es so viele Hundehalter legitim die Scheiße ihres Hundes rumliegen zu lassen? Und will ich neben einem Hund leben, der dauernd wild in der Wohnung kläfft oder alle Leute verbellt die am Garten vorbei gehen? NEIN! Deshalb hat auch meine Labradorhündin, die seit drei Wochen bei uns lebt, als erstes gelernt dass hier nicht gekläfft wird. Es wird einfach nicht gebellt! Und auch ein Labrador kann das lernen.

Es ist wirklich erschreckend wie viele unerzogene Hundehalter es gibt. Menschen, die ignorant sind, denen ein Miteinander scheiß egal ist und die nicht kapieren, dass es auch Menschen gibt, die nun mal keine Hunde leiden können oder Angst vor ihnen haben. Nur weil ich einen Hund habe, bin ich nicht der King! Ein Hund ist auch kein Kind und hat einfach, so weit es möglich und vertretbar ist, zu hören. Hören- dazu gehört dass mein Hund keine Leute anpöbelt, an niemanden hochspringt und abrufbar ist.

Ich habe Kunden, von denen bin ich einfach so überrascht und erstaunt, wie wahnsinnig toll sie mit ihren Hunden und auch anderen Menschen umgehen. Es stellt sich einfach nie die Frage, warum man seinen Hund abrufen muss wenn ein Jogger oder Radfahrer kommt, auch wenn da gar kein Radweg ist. Es wird mit Freude abgerufen weil es einfach ganz normal ist seine Junghunde ordentlich zu erziehen und Gefahren zu vermeiden.

Ein Hund, der nicht abrufbar ist und auf mich und meinen angeleinten Hund zustürmt, oder auf mich alleine als Jogger/ Radfahrer (ich habe durchaus schon Hunde gesehen die Radfahrer verfolgt haben und sogar am Bein derer hingen), ist eine Gefahr! Man kennt den anderen Hund nicht, man weiß nicht wie er tickt und oft genug gibt es Hunde, die angeleinte Hunde mobben oder attackieren weil sie die Situation ausnutzen. Natürlich verteidige ich meinen Hund & mich und natürlich ist mir in diesem Moment egal, ob der andere Hund einen Schaden davon trägt. Nein, es darf nicht jeder Hund einfach machen was er will! Und wenn auch die Grenze des schlechten Humors auf gegen Hund Webseiten überschritten ist, so liegt sehr viel Wahrheit in der Sache selbst.

Hundehalter sollen ruhig erfahren dass ihre Ignoranz nicht geduldet wird und dass es Dinge gibt, die definitiv nicht in Ordnung sind. Und das man Rücksicht nehmen muss. Und das man seinen Hund erziehen muss!

Die Hundetrainerin
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Hundetraining 089dogs Nathalie Sylvia Liselotte Örlecke

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12 Gedanken zu „GEGEN HUNDE – zurecht?

  1. Wow, genau so ist es. Und dann wundert man (Hundehalter) sich noch warum wir so schlecht angesehen ist. Wie oft bin ich schon angeredet worden warum ich meinen Hund anleine. „Das ist doch gegen die Natur“ “ die regeln das schon, der schnuppert doch nur und solche Sprüche. Ach und von wegen Haufen wegmachen “ Das ist doch natürlich, das verwehst doch“ . Ich jedenfalls finde das Gefühl barfuss in eine Hinterlassenschaft zu steigen die noch am“ verwesen“ ist wunderbar ;).
    Ist doch alles Natur.

  2. Starke Ansage, danke!
    Auch wenn ausgerechnet die, die es mal nötig hätten, wahrscheinlich nie so einen Text lesen oder sich angesprochen fühlen werden. Oder einfach zu lernresistent sind, um ein Einsehen zu haben.

    Trotzdem muss ich sagen, dass ich auch zu den verkappten Hundehaltern gehöre, die sich über diese gewisse Seite innerlich aufregen. Die Grenze zum schlechten, wenn auch tiefschwarzen Humor ist mit Anleitungen zum Giftköderbau oder Einladungen zum Wettschächten sehr sehr weit überschritten und ich finde es erstaunlich, dass sowas sich überhaupt jahrelang hält (es ist jetzt ja nur wieder eine Welle der Aufmerksamkeit, nachdem das Ding eigentlich in der Versenkung verschwunden war).
    Sicherlich gibt es einige Deppen, die sich von den lustigen Ideen und Anleitungen sehr gerne inspirieren lassen.

    Wie auch immer, ignorieren wird mehr bringen als die Trolle weiter zu füttern.

  3. Ich kenne die angesprochene Seite zwar nicht (glaube ich), aber trotzdem sprichts du in vielen Punken mir als bekennender „Hundehasserin“ sehr aus der Seele. (Wobei eine Bekannte von mir wohl durchaus Recht hat, wenn sie dann immer meint, das Problem hänge meist am anderen Ende der Leine…) 🙂
    Des „Beste“, das ich mal erlebt habe, war, als ich in einer Parkanlage lesend auf einer Bank saß, ein nicht angeleinter Hund auf mich zustürmte und mich intensiv beschnüffeln und an mir hochspringen wollte, als ich daraufhin der näherkommenden Besitzerin höflich aber bestimmt bekundete, das nicht so toll zu finden, sagte diese: „Ja, aber Sie sind hier in der Natur! Da sind nun mal Tiere! Wenn Sie das nicht mögen, müssen Sie eben zuhause bleiben!“ Äh…ja.
    Aber auch ein durchweg positives Erlebnis: Ich mit dem Fahrrad auf einem Feldweg unterwegs, sehe schon von weitem einen Mann mit einem ungeheuer riesenhaften Hund näherkommen und denke schon so, auweia… Der Hundehalter sah mich aber auch, sagte keinen Ton, machte nur eine einzige Handbewegung und der Hund hockte sich brav an den Wegesrand und blieb da sitzen, bis ich vorbei war. Ohne zu mucksen, ohne mir auch nur (soweit ich mitbekam) hinterherzuschauen. Diesen Hundehalter hätte ich spontan knutschen können! Es geht also auch so. Sogar ganz ohne Leine.
    🙂

  4. Gott sei dank wohne ich auf dem Land, hier haben wir die Probleme nicht so extrem 🙂 . Hundekontakt gibt es zu hauf, mit wirklich gutmütigen Hunden. Ich nehme meinen Hund sobald ich sehe es kommt mir jemand entgegen an die leine, egal ob jogger, Fahrradfahrer, fußgänger oder sonstiges, ja und auch bei Hunden die ich kenne! meine jetzige Hündin ist erst seid 4 monaten bei uns und ich möchte nicht das sie lernt das man auf jeden Hund losstürmen kann, sondern das ich das zeichen zum spielen gebe (oder auch nicht! )! Feedback bekommen wir öffters gerade von jogger & walker die sich bedanken, was ich immer sehr Nett finde und ich freue mich auch darüber. Kenne auch sehr viele Hundehalter die ihre Hunde immer frei herumtapsen lassen egal wer entgegen kommt. Ich als mutter von 2 Kindern mag das auch nicht wenn ein fremder hund auf uns zu kommt und das Herrchen / Frauchen kommt dann erstmal 10min später daher! Wurde auch schon von einem Jagdhund gebissen als Kind (der frei herumlief und zu uns hergekommen ist) und möchte dies meinen Kindern gern ersparen! naja mit dem bellen ist das so eine sache, ich finde es gut das meine schäferhündin aufpasst und auch meldet, wenn ich dann aber komme ist schluß! Ich wohne aber auch in keiner Mietswohnung sondern wir haben ein eigenes haus….

    wenn man ein bisschen rücksicht auf andere nimmt, dann lebt es sich doch einfacher 🙂

    liebe Grüße Mila & Nicole

  5. Klasse geschrieben, danke!
    Die Seite, wenn es denn die ist, finde ich ich mehr als grenzwertig, HundeNichthalter allerdings auch.

    Ich bin dafür, dass alle Hunde durch „Deine Schule“ gehen, wer noch? 😉

  6. Ich hab mich gerade in eine Unbekannte verliebt. In die Verfasserin dieses Artikels…

  7. Ich erlebe fast jeden Tag Situationen mit Hunden, die eigentlich an die Leine gehören. Das gute Frauchen oder Herrchen sind kilometerterweit hinter ihrem frei laufenden Hund und versuchen ihn vergebens abzurufen. Da gibt es nur das Eine: gute Nerven und Ruhe bewahren.

  8. „Wenn der nicht kommt weil ihm gerade die Sicherung durchgebrannt ist, dann entschuldige ich mich sofort bei dem anderen Herrchen oder Frauchen und hole meinen Hund weg.“

    Genau so mache ich es auch immer 🙂

  9. Klasse Seite, klasse Kommentare,
    wir haben seit kurzem einen neuen (dritten) Hund – 9 mon. und er war Mama’s Liebling. So benimmt er sich auch:-(
    Wir wohnen auch auf dem Land, aber dennoch lasse ich die Hunde, wenn uns, egal was, entgegen kommt, am Wegesrand ’sitz‘ machen bis ‚es‘ vorrüber ist. Ich finde es auch sehr nett, wenn sich Radfahrer etc. dafür bedanken und man wechselt ein paar Worte. Naja, das Abrufen müssen wir noch ernsthaft trainieren – ist schon interessant, dass Kuhkacke auf dem Feld viel interssanter ist als Herrchen mit seinen Leckerlis:-)))) ‚Immer ruhig bleiben‘

  10. Als passionierter Radler hatte ich schon das „Vergnügen“ mich selbst und auch den Hund (freilaufend) mit Vollbremsungen vor einem Sturz schützen zu müssen, manchmal hat es auch nicht geklappt und ich habe mich auf dem Asphalt wieder finden dürfen… Kommentare der Hundehalte „Das hier ist keine Rennstrecke…“.

    Natürlich viele Hundehalter gehen davon aus, dass jeder Mensch diese Tiere toll findet.
    Ich habe eigentlich nichts gegen Hunde – und glaube auch, dass die Tiere nicht blöder sind als Enten oder Krähen, die es ohne die Aufzucht von Menschen ganz gut erkennen können, wann sie besser aus dem Weg gehen.

    Ich habe es schon so oft beobachtet, wie Jogger von Hunden regelrecht angefallen worden sind … muss sowas sein? Noch immer gibt es viele Menschen die Angst vor Hunden haben. Verständlich, wenn ein Schäferhund mit einem Affenzahn auf einen zurennt und ein lustloses „Kommst du wohl her!“ das Tier weder interessiert noch aufhält.

    Die Tiere können nichts dafür … deswegen sind Giftköder für die Hunde die falsche Lösung.

    Jeder Hundehalter sollte sich einfach nurmal fragen, ob er selbst gerne über einen Hund stürzen möchte und dann eine Woche mit Schmerzen durch die Gegend rennen möchte, nur weil ein ignoranter Depp sein Tier nicht unter Kontrolle hat.

    Mich kotzt es jedenfalls mit welcher Selbstverständlichkeit Hundehalter unterwegs sind – das gilt auch für Restaurants und Supermärkte. Ich kann gut darauf verzichten, beim Essen diesen Tiergruch in der Nase zu haben… aber auch das muss man offenbar einfach so hinnehmen.

    Eigentlich sollten die Tiere vor solchen Menschen geschützt werden – denn eines sollten die Halter nicht vergessen, jeder Unfall mit einem Hund verursacht auch beim Tier Verletzungen…. muss das sein?

  11. Pingback: Hundehalter gegen Hundehalter « 089dogs Hundetraining

  12. Also im Großen und Ganzen bin ich deiner Meinung, ich sehe diese Seite nur ein wenig dramatischer! Ich bin auch einer der Hundehalter die ihre Hunde sofort anleinen, wenn etwas entgegen kommt, ich freue mich auch jedesmal, wenn ein „Danke“ kommt und das passiert auch oft :). Allerdings wenn ich ohne meine Hunde (als Jogger oder Fahrradfahrer) unterwegs bin, achte ich genau so darauf, dass ich den Hund nicht belästige oder zu nahe komme, d.h. dass ich, wenn der Weg nicht so breit ist und ich nahe an einem Hund vorbei muss, vom Fahrrad absteige oder kurz das Joggen unterbreche, denn auch ein Hund an der Leine, kann aus Angst oder anderem, zuschnappen.

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